Wenn nicht eine berüchtigte Schlager-Combo Capri besungen hätte, wäre ich vielleicht schon viel früher auf der kleinen Insel im Golf von Neapel gelandet. Aber als Kind hatte sich ein schrecklicher Ohrwurm in mein Gehirn gebrannt und damit war Capri zum Sinnbild für Spießbürgerlichkeit geworden.
Ich bin immer noch kein Spießbürger, wenigstens hoffe ich das, aber ich habe eine kluge Freundin. Und die hat den Urlaub einfach gebucht, ohne mich vorher zu fragen. Es sollte schließlich ein Geschenk sein. Aus Höflichkeit tat ich so, als ob ich mich freuen würde. Aber ich befürchtete Schlimmes. Doch es kam ganz anders.
Capri ist einfach hinreißend! Offensichtlich haben sich viele Menschen von Schlagermusik abschrecken lassen, denn die großen Touristenströme machen einen Bogen um die Insel. Das mag blöd für die Einheimischen sein, aber für uns war es perfekt. Wir konnten Capri nach Herzenslust erkunden, ohne ständig in einem Pulk zu sein.
Besonders empfehlenswert ist die „Blaue Grotte“, die tatsächlich blau schimmert. Für mich als Geschichtsfan war es zudem sehr spannend, eine römische Kaiservilla zu besichtigen. Der alte Tiberius wusste, wie man sich ein schönes Leben macht. Meine Freundin weiß das auch und deswegen hatte sie sich den Höhepunkt für den letzten Tag aufgespart: Eine romantische Inselrundfahrt zu zweit.